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Sonstige Arten

Unter dieser Rubrik sind momentan leider nur drei Papageienarten vertreten, nämlich Sonnensittiche, Gelbnackenamazonen und Salomonen Edelpapageien. Sonnensittiche ernähren sich von reifen und halbreifen Sämereien und verschmähen aber auch reife Früchte nicht. Sie sind schnelle Flieger, was bei ihrer Haltung berücksichtigt werden sollte. Leidenschaftlich gerne baden diese Vögel im Regen. Ihre Zucht ist nicht ganz einfach, doch sind diese Sittiche wohl die schönsten der Gattung Aratinga. Edelpapageien hingegen bewohnen die Regenwälder Indonesiens, Papua- Neuguinea´s und die von uns gehaltene Unterart die Wälder der Salomoneninseln. Edelpapageien haben ein ruhiges, fast scheues Wesen. Zumindest so lange bis sie sich richtig eingewöhnt haben. In der freien Natur ernähren sie sich hauptsächlich von Früchten, was man bei der Haltung unbedingt beachten sollte. Ihr Nagebedürfnis ist nicht besonders groß, dafür können ihre Lautäußerungen äußerst schrill und laut sein. Für die Amazonen gilt im Wesentlichen das selbe wie für die Edelpapageien, nur dass die Amazonen aus Südamerika kommen. Hier sind tolerante Nachbarn gefragt und die eigenen Nerven sollten am besten aus Stahl sein. Diese Vogelarten neigen nicht besonders zur Verfettung, sie sollten aber viel Grünfutter erhalten, um einer Verfettung trotzdem Vorzubeugen. Bei uns werden alle Tiere zweimal am Tag gefüttert. Hierbei unterscheiden wir in zwei Gruppen: Fettarme und fettreiche Nahrung.

Unsere Sittiche und Papageien erhalten folgende fettreiche Futtermischung:
Morgens: Eine eigene Futtermischung aus Papageienfutter D (Versele Laga) aus der die Erdnüsse entfernt wurden, Quellfutter (Versele Laga), Kardi und Kürbiskernen. Frisches Trinkwasser, mit einem Multivitaminpräparat versetzt (3x Wöchentlich) und in der Zeit vor der ersten Eiablage mit Vitamin E versetzt.
Nachmittags: Das Körnerfutter wird entfernt und die Tiere erhalten eine Obst- und Gemüsemischung, in der so ziemlich alles verfüttert werden kann, was der eigene Garten und der Handel bietet (außer Kohlsorten). Zur Grundmischung gehören aber auf jeden Fall: Äpfel, Erbsen, geriebene Karotten, Gurken und Paprika. In dieses Futter werden noch handelsübliches Eifutter, Korvimin (vom Tierarzt) und Pellets der Fa. Versele Laga untergerührt.

Diese Mischung wird sehr gut angenommen. Edelpapageien sind wahre "Müllschlucker" und uns ist es bisher noch nicht gelungen, etwas zu finden, was sie nicht fressen. Doch nun zu den einzelnen Arten.

Sonnensittich (Aratinga solstitialis)
Engl.: Sun Conure

                                             Allgemein:

Grösse

ca. 30 cm

Gewicht

ca. 116 g

Ringgrösse

7,0 mm

WA Anhang

II

Status Gefangenschaft

öfters gehalten

Geschlechtsunterschied

keiner

Mutationen

keine


Haltung: Sonnensittiche sind zwar harte und ausdauernede Voliereninsassen, doch sollten sie nicht unter 10°C überwintert werden. Diese Sittiche nagen leider doch sehr stark, weswegen einer Metallvoliere und einem nicht zu schwachen Gitter der Vorzug gegeben werden sollte.Sonnensittich übernachten in einem Schlafkasten, weswegen ein Nistkasten ganzjährig angeboten werden sollte. Eine möglichst lange, unbehinderte Flugstrecke und eine Sprinkleranlage erhöhen das Wohlbefinden sichtlich.Außerhalb der Brutzeit eignet sich dieser schöne Pflegling sehr gut für eine Gruppen- bzw. Schwarmhaltung. Zur Brutzeit ist es jedoch besser die Paare getrennt zu halten.Es sei den man hat eine sehr große Voliere wie z.B. in der Wilhelma in Stuttgart oder im Plantaria Vogelpark Leider besitzen diese Sittiche eine sehr grelle, laute Stimme. Tollerante Nachbarn sind notwendig!! Die Mindestgrösse sollte 4x1x2 Meter (LxBxH) nicht unterschreiten.
Zucht:
1. Allgemein:
Geschlechtsreif mit 2-3 Jahren. Gelegegröße ca 3-4 Eier, Brutdauer ca. 26 Tage. Nur das Weibchen brütet. Nestlingszeit ca. 35-40 Tage. Nistkasten ca. 60 cm tief und 30 cm Durchmesser. Einflugloch ca. 10 cm. Zucht vor allem in letzter Zeit häufig gelungen.
2: Bei Zeisaro: Anfang März 2001 kauften wir unser erstes Pärchen Sonnensittiche aus einer Zuchtauflösung heraus. Das Pärchen hatte beim Vorbesitzer schon einige male gebrütet. Wir setzten das Pärchen in eine große Flugbox und brachten sofort einen Nistkasten an, da wir wussten, dass Sonnensittiche gerne in ihren Höhlen übernachten. Bereits zwei Wochen später lag das erste Ei im Kasten. Das Gelege umfasste drei Eier, welche jedoch unbefruchtet waren. Im Juni wurde ein Nachgelege mit zwei Eiern getätigt. Wiederum war eines unbefruchtet, das Andere ist bereits im frühen Brutverlauf abgestorben. Nach diesen Bruten setzten wir unser Pärchen zusammen mit 2,2 Edelpapageien, 1,1 Gelbnackenamazonen und 2,2 Edelpapageien in eine große Gemeinschaftsvoliere ohne Nistkästen. In der Zwischenzeit erwarben wir noch drei weitere Sonnensittiche. Unser Ziel ist es einen richtig großen Schwarm zu halten. Anfang November lösten wir die Volierengemeinschaft auf und unsere Sonnensittiche kamen Paarweise in ihre Zuchtboxen.

Salomonen Edelpapagei (Eclectus roratus solomonensis)
Engl.: Eclectus Parrot

                                          Allgemein:

Grösse

ca. 35 cm

Gewicht

ca. 370 g

Ringgrösse

11 mm

WA Anhang

II

Status Gefangenschaft

öfters gehalten

Geschlechtsunterschied

stark unterschiedliches Aussehen

Mutationen

keine

 


Haltung: Zwar sind Edelpapageien keine besonders großen Nager, und das Drahtgewebe wird nur gering beansprucht, einer Volierenkonstruktion aus Metall sollte aber doch der Vorzug gegeben werden.Die Mindestgrösse von 3x1,5x2 Meter (LxBxH) sollte nicht unterschritten werden.  Diese Papageien klettern zwar sehr gerne, jedoch sollte man diesen schweren Vögeln genügend Flugraum zur Verfügung stellen. Eine Beregnungsanlage sollte auf jeden Fall vorhanden sein, da gerade Edelpapageien wahre Badefanatiker sind. Auf eine temperierte Unterbringung, mindestens 5° Celsius, ist im Winter zu achten.
Zucht:
1. Allgemein: Geschlechtsreif mit 3 Jahren. Gelegegröße 2 Eier, Brutdauer 28-30 Tage. Nur das Weibchen brütet. Nestlingszeit ca. 70 Tage. Nistkasten ca. 60 cm tief und 30 cm Durchmesser. Einflugloch ca. 12 cm. Zucht nicht all zu schwer, Weibchen gegenüber Männchen sehr dominant.
2. Bei Zeisaro:   Im September 1997 lernten wir einen Züchter kennen, der Edelpapageien züchtet. Wir wollten uns ein Pärchen dieser schönen Vögel zulegen, und so besuchten wir diesen. In der Zuchtanlage dieses Liebhabers erfuhren wir nun, dass es sich bei seinen Tieren um Salomonen Edelpapageien handelte, und worin der Unterschied zu anderen Edelpapageienarten besteht. Wir waren erstaunt über die Pracht seiner Vögel, und er versprach uns drei blutsfremde Jungpaare zusammenzustellen, da er über mehrere Zuchtpaare verfügte. Ein Pärchen konnten wir schon nach wenigen Wochen abholen, das zweite nach ca. einem halben Jahr und das dritte nach einem Jahr. Wir konnten uns in den Zuchtaufzeichnungen selbst davon überzeugen, dass alle sechs Tiere nicht miteinander verwandt sind. Er gab uns sehr wertvolle Ratschläge in Bezug auf Haltung und Fütterung von Edelpapageien. Bei vielen Züchtern gehören diese Tiere eher zu den Problemvögeln, aber wenn sie mit dem richtigen Futter versorgt werden, dann ist die Haltung auch nicht schwerer als bei anderen Papageien. Als nun das erste Pärchen in seiner neuen Behausung eintraf, blieben sie wie ausgestopft sitzen. Wenn wir nicht gewusst hätten, dass sie leben, hätte man meinen können  sie seien tot. Auch nach mehreren Stunden veränderten sie ihre Sitzposition, ja selbst ihre Körperhaltung nicht einen Millimeter. Nach einem dreiviertel Tag begannen sie erstmals zu fressen, und erst nach mehreren Wochen waren sie so weit eingewöhnt, dass sie nicht zur Salzsäule erstarrten, wenn wir sie beobachten wollten. Bei den zwei andren Paaren, sie in die selbe Großvoliere gesetzt wurden konnte dieses Verhalten jedoch nicht beobachtet werden. Wir haben uns für eine Gruppenhaltung entschieden, um den Vögeln die Möglichkeit zur freien Partnerwahl zu geben, aber erstaunlicherweise blieben die Paare so zusammen, wie wir sie erworben hatten. Es konnten auch nicht einmal Rangordnungskämpfe beobachtet werden, abgesehen von der Dominanz der Weibchen gegenüber den Hähnen. Leider verstarb die mittlere Henne schon sehr früh. Das erste Weibchen tätigte im Alter von drei Jahren erstmalig ein Gelege welches jedoch unbefruchtet war. Wir denken, dass der Hahn, sechs Monate jünger, einfach noch nicht reif genug war. Im Jahr 2000 brüteten bereits beide Weibchen, die jüngere also schon mit einem alter von zwei Jahren. Das erste Weibchen hatte leider nur unbefruchtete Gelege, und dass zweite Weibchen stand wenige Tage vor dem errechneten Schlupftermin vom Nest auf. Das zweite Gelege, welches darauf folgte, war unbefruchtet. Diesmal jedoch brütete sie bei weitem ruhiger und länger, so dass, im Falle eines befruchteten Eies, diesmal ein Erfolg sicher gewesen wäre. Zwischenzeitlich haben wir den überzähligen Hahn an einen anderen Züchter abgegeben. Obwohl uns das Zusammenleben mit fünf Vögeln als sehr harmonisch schien, zeigte sich nach Entfernen des Hahnes eine deutlich gesteigerte Ruhe zwischen den Paaren. Die Tiere konnten ab jetzt nur noch paarweise angetroffen werden, was vorher eher nicht der Fall gewesen war. Bereits ende Februar 2001 kam es bei beiden Paaren zur Ablage von jeweils zwei Eiern. Jedes Pärchen hatte je ein befruchtete und ein unbefruchtetes Ei. Die ältere der beiden Hennen verließ jedoch vorzeitig das Gelege, und das befruchtete Ei der jüngeren Henne starb wenige Tage vor dem Schlupf ab. Ende April hatten beide Paare wieder  neue Gelege, wiederum mit jeweils zwei Eiern.Da das Gelege des jüngeren Paares unbefruchtet war, legten wir zwei Rosakakadueier unter. Ein Junges schlüpfte, wurde aber nicht gefüttert, das andere starb kurz vor dem Schlupf ab. Nach einer Sommerpause die unsere Edelpapageien in einer Gemeinschaftsvoliere verbringen durften haben wir sie Anfang November wieder separiert. Ende November liegen beim ersten Paar schon wieder Eier im Kasten. Es lässt sich jedoch noch nicht erkennen, ob diese auch befruchtet sind.

Gelbnackenamazone (Amazona ochrocephala auropalliata)
Engl.: Yellow-naced Amazon

                                          Allgemein:

Grösse

ca. 36 cm

Gewicht

ca. 450 g

Ringgrösse

11 mm

WA Anhang

II

Status Gefangenschaft

öfters gehalten

Geschlechtsunterschied

keiner

Mutationen

blau

 

Haltung: Wie die meisten Amazonen sind auch diese starke Nager, weswegen eine Metallvoliere und punktgeschweißtes Gitter verwendung finden sollten..Die Mindestgrösse von 3x1,5x2 Meter (LxBxH) sollte nicht unterschritten werden. Leider kann man nicht behaupten, dass sie zu den leisen Voliereninsassen gehören, was vor allem in der Brutzeit deutlich zu vernhemen ist. Geduldige Nachbarn sind bei der Amazonenhaltung sehr gefragt. Diese Papageien bevorzugen zwar das Klettern,  jedoch sollte man diesen Vögeln genügend Flugraum zur Verfügung stellen. Eine Beregnungsanlage muß auf jeden Fall vorhanden sein. Nur durch regelmäßiges Abduschen sind Amazonen schön und gesund! Auf eine temperierte Unterbringung, mindestens 5° Celsius, ist im Winter zu achten.
Zucht:
1. Allgemein: Geschlechtsreif mit 3 Jahren. Gelegegröße 1-4 Eier, Brutdauer 25-27 Tage. Nur das Weibchen brütet. Nestlingszeit ca. 70 Tage. Nistkasten ca. 60 cm tief und 30 cm Durchmesser. Einflugloch ca. 12 cm. Zucht gelingt regelmäßig.
2. Bei Zeisaro: Anfang März 2001 sahen wir auf einem Vogelmarkt ein Pärchen Gelbnackenamazonen, welches sichtlich sehr gut harmonierte und in einem so guten Zustand war, wie man es nur sehr selten bei Amazonen findet. Nach kurzer Beratung kauften wir dieses Pärchen und setzten sie, wie alle unserer Neuerwerbungen in eine große Zuchtbox. bereits 6 Wochen später lagen drei befruchtete Eier im Nistkasten. Ein Ei hatte einen Sprung. Alle Eier entwickelten sich zunächst gut, doch leider starben alle kurz vor dem Schlupf ab. Daraufhin übersiedelten unsere Amazonen erst einmal in eine Gemeinschaftsvoliere, um dann im November in ihre eigene Voliere umzusiedeln. Nun sind wir gespannt auf das Zuchtjahr 20002.