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Lori´s

Sie haben noch nie einen Kobold gesehen? Dann kennen Sie sicher noch keine Loris. Sandra bezeichnet unsere Spaßvögel als "Radioaktive Kampfkobolde". Nicht das diese kleinen Lieblinge etwa bösartig wären, nein sie sind durch und durch nur neugierig und verspielt, können sich keine zwei Minuten stillhalten, und sind immer in Bewegung. Hinzu kommt ihre Farbenpracht. Diese schillernden, ja fast schon irisierenden Farben findet man wohl sonst bei keiner anderen Papageienart. Wenn sie dann auch noch im Spiel durch die Voliere hopsen, muss man sie einfach liebhaben. Selbst Tiere, die nicht mit der Hand aufgezogen wurden sind in kurzer Zeit vollkommen handzahm. Bei der Familie der Loris ist es ähnlich wie bei den Kakadus. Superzahme Vögel sind derart zutraulich und anhänglich, dass es schon lästig wird. Sie sind dann so auf den Menschen geprägt, dass eine Vergesellschaftung mit ihren Artgenossen nur noch schwer zu bewerkstelligen ist. Trotz dieser vielen positiven Eigenschaften schrecken viele Menschen vor der Haltung von Loriarten zurück, da ihre Ausscheidungen sehr dünnflüssig sind. Die Erklärung liegt auf der Hand: Sie ernähren sich in ihrer Heimat von Nektar und Blütenpollen. Bei einigen Arten ist zwar eine Umstellung auf Körnerfutter möglich, aber grundsätzlich würden wir davon abraten, da der Verdauungstrakt dieser Vögel nicht darauf ausgelegt ist. Wer sich von dem hinreisenden Wesen dieser Vögel verzaubern lassen will, der sollte auf eine artgemäße Ernährung achten.

Bei uns wird zweimal täglich ein frisch angerührter Loribrei gereicht. Dieser Brei oder besser diese Suppe rühren wir aus industriell gefertigtem Pulver der Fa. Versele Laga mit lauwarmen Wasser an, und wird sehr gut von den Tieren angenommen. Nachmittags bekommen unsere Tiere außerdem fein geschnittenes Obst.

Frauenlori (Lorius lory lory)
engl.: Black-capped Lory
 

                                                        Allgemein:

Grösse

ca. 31 cm

Gewicht

ca. 150 g

Ringgrösse

7,5  mm

WA Anhang

II

Status Gefangenschaft

gelegentliche Haltung

Geschlechtsunterschied

 keine

Mutationen

keine


Haltung: Diese Tiere sind keine großen Nager, so dass auch dünneres Drahtgewebe Verwendung finden kann. Mindestgrösse der Voliere 2x1x2 Meter (LxBxH). Ein Schlafkasten ist in der Voliere anzubringen. Es muss jedoch eine warme Unterkunft zur Verfügung stehen, da sich diese Loris unter 12(Celsius sichtlich unwohl fühlen. Die Unterkunft sollte ebenfalls so beschaffen sein, dass diese mit möglichst geringem Aufwand zu reinigen ist. Holz ist als Baumaterial deswegen ungeeignet, da von diesem Kot nur schlecht entfernt werden kann, und sich so ein idealer Nährboden für Krankheitserreger bilden kann. Optimal ist eine Auskleidung der Voliere mit Fliesen. Vor Zugluft und nasskalter Witterung unbedingt schützen. Eine Beregnungsanlage sollte in keinem Fall vergessen werden, da Loris wahre Badefanatiker sind und leidenschaftlich gerne im Regen baden.
Zucht:
1. Allgemein:
Geschlechtsreif mit 2 Jahren. Gelegegröße 2 Eier, Brutdauer 23-26 Tage. Nestlingszeit ca. 56-73 Tage. Nistkasten ca. 60 cm tief und 25 cm Durchmesser.Einflugloch ca. 12 cm. Darauf achten, dass der Nistkasten schnell und einfach gereinigt werden kann (z.B. durch eine kistenförmigen Einsatz).Zucht, ein harmonierendes Paar, vorausgesetzt nicht schwierig. Nur das Weibchen brütet.
2. Bei Zeisaro: 1999 entdeckten wir auf einem Vogelmarkt ein sehr gepflegtes Pärchen Frauenloris. Der Besitzer besaß diese Tiere nur wegen ihres prachtvollen Aussehens, und hatte noch keine Zuchtversuche unternommen. Diese beiden fütterten sich gegenseitig und so erwarben wir kurzerhand das Pärchen. Kaum in ihrem neuen Zuhause angekommen, wurde der ihnen zur Verfügung gestellte Schlaf- und Nistkasten sofort inspiziert, und kaum zwei Monate später lagen auch schon die ersten zwei Eier darin. Die Aggressivität gegenüber uns wurde deutlich gesteigert. Ansonsten wurde das Gelege einwandfrei bebrütet, und die Jungen schlüpften ohne Probleme. Die Altvögel waren vorbildliche Eltern, und die Jungen gediehen prächtig. Nun jedoch machten wir einen gravierenden Fehler. Wir zeigten die Jungvögel einigen Besuchern, welche unserem Pärchen fremd waren. Am nächsten Tag bei der Nistkastenkontrolle stellte sich heraus, dass ein Junges soweit gerupft worden war, dass er nicht mehr gerettet werden konnte und wenige Stunden später verstarb. Seine Haut war von den Altvögeln regelrecht "ausgequetscht" worden. Der Zweite war ebenfalls arg gerupft worden, hatte jedoch noch keine Hautschäden davongetragen. So entschlossen wir uns das verbleibende Küken zu entnehmen und per Hand aufzuziehen, um diesen nicht auch noch zu verlieren. Er gedieh prächtig, und hat sich zu einem sehr schönen Hahn entwickelt. Allerdings ist in seinem Gefieder der Blauanteil drastisch erhöht. Wir führen dies auf das Rupfen durch die Altvögel zurück. Das Elternpaar hingegen begann bereits drei Monate später mit einer neuen Brut. Zwei Tage bevor die Jungen schlüpften, verstarb leider der Zuchthahn an einer Leberembolie. Die Henne suchte nach ihrem Partner und hörte zu brüten auf. Als ich nach einigen Tagen die kalten Eier öffnete, befanden sich schlupfbereite Küken in diesen. Einen neuen Hahn haben wir in der Zwischenzeit zwar ausfindig machen können, aber leider harmonieren diese zwei Vögel überhaupt nicht miteinander, so dass wir wohl neue Partner suchen müssen. Und im Falle einer neuen Brut werden diesmal keine fremde Personen mehr in den Zuchtraum gelassen! Da wir auch nach längerer Suche keinen Partner finden konnten, gaben wir schweren Herzens unsere Zuchthenne an einen Züchter ab, der gerade eine Lorizucht aufbauen möchte. Nun haben wir nur noch unseren jungen, handaufgezogenen Hahn, zu dem wir ein Weibchen brauchen. Sollten wir keines finden, geben wir ihn ab, um eine Verpaarung und damit die Zucht dieser wunderschönen Vögel zu ermöglichen.