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Kakadus sind wohl diejenigen Papageien, die von Laien am schnellsten als solche identifiziert werden können. Es handelt sich hierbei um sehr intelligente Vögel, deren markantestes
Merkmal die Federhaube ist, die je nach Art unterschiedlich geformt sein kann.
Im Allgemeinen können Kakadus bis zu hundert Jahre alt werden, wobei dies jedoch von vielen Faktoren abhängig ist. Stress, Futter,
Haltungsbedingungen sowie die Veranlagungen des einzelnen Tieres spielen eine große Rolle. Doch wenn man sein Tier näher kennengelernt hat, können Abweichungen vom normalen Verhalten, die auf eventuelle
Krankheitsanzeichen hindeuten können, mühelos erkannt werden. Um Ihnen den Einstieg in die Vogelliebhaberei zu erleichtern, möchten wir Ihnen nachfolgend unsere Erfahrungen in Bezug auf die von uns gehaltenen
Kakaduarten darstellen.
Derzeit befinden sich Goffin- und Rosakakadus in unserer Obhut. Während der Goffinkakadu in den Regenwaldgebieten der Tanimbar-Inseln zu finden ist, bewohnt der Rosakakdu die
baumbestandenen Savannen und das offene Grasland in Australien. Hier werden diese hübschen Vögel als Schädlinge und "Pestvögel" verfolgt und zu Tausenden alljährlich getötet. Da in ihrem Verbreitungsgebiet
das Futter hauptsächlich aus kleinen, trockenen Samen besteht und die Tiere oft den ganzen Tag mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt sind, sollten Kakadus in Gefangenschaft keine fettreichen Sämereien erhalten. Sie
setzen bei zu fettreicher Nahrung schnell Fettpölsterchen in der Kloakengegend an, was zu unbefruchteten Eiern führen kann. Bei uns werden alle Tiere zweimal
am Tag gefüttert. Hierbei unterscheiden wir in zwei Gruppen: Fettarme und fettreiche Nahrung.
Unsere Kakadus bekommen folgende fettarme Futtermischung: Morgens: Papageien-Super-Diät-Futter (Fa. Versele
Laga), frisches Trinkwasser, mit einem Multivitaminpräparat versetzt (3x Wöchentlich) und in der Zeit vor der ersten Eiablage mit Vitamin E versetzt. In der Zuchtzeit bekommen die Vögel noch Keimfutter gereicht.
Nachmittags: Das Körnerfutter wird entfernt und die Tiere enthalten eine Obst- und Gemüsemischung, in der so ziemlich alles verfüttert werden kann, was der eigene Garten und der Handel bietet (außer Kohlsorten). Zur
Grundmischung gehören aber auf jeden Fall: Äpfel, Erbsen, geriebene Karotten, Gurken und Paprika. In dieses Futter werden noch handelsübliches Eifutter, Korvimin (vom Tierarzt) und Pellets der Fa. Versele Laga
untergerührt.
Diese Mischung wird sehr gut angenommen, jedoch kann es bei den Kakadus, die sehr stur in der Aufnahme neuer bzw. unbekannter Nahrung sind, zum Teil mehrere Jahre dauern, bis die Tiere diese
Mischung fressen. Hier hilft nur immer wieder neu anbieten. Doch nun zu den einzelnen Arten:
Rosakakadus (Eolophus roseicapillus) Engl.: Galah, Rose - breasted Cockatoo
Allgemeines :
Grösse |
ca. 35 cm |
Gewicht |
ca. 400 g |
Ringgrösse |
9,5 mm |
WA Anhang |
II |
Status Gefangenschaft |
öfters gehalten |
Geschlechtsunterschied |
0,1 rotbraune Iris, 1,0 schwarze Iris |
Mutationen |
Lutino, Grau |
Haltung: Dieser robuste Vogel sollte in einer größeren Voliere gehalten werden, um auch kurze Strecken fliegen zu können.Die Maße 4x1,5x2 Meter (LxBxH) sind
ausreichend. Eine stabile Bauweise der Voliere (Metall mit starkem Drahtgeflecht) ist angebracht, da manche Rosakakadus starke Nager sind. Auf eine Zusatzheizung im
Winter kann verzichtet werden, aber die Tiere sollten zugfrei untergebracht werden und jederzeit die Möglichkeit haben sich in einen geschützten Innenraum zurückziehen zu
können. Außerhalb der Brutzeit ist eine Haltung im Schwarm gut möglich. Rosakakadus lassen sich gerne beregnen. Eine Beregnungsanlage über der Voliere wird dankbar angenommen. Zucht: 1. Allgemein:
Geschlechtsreif mit 2-5 Jahren. Gelegegröße ca. 3-6 Eier, Brutdauer 22-24 Tage. Beide Partner brüten. Nestlingszeit ca. 55 Tage. Nistkasten ca. 60 cm tief
und 25 cm Durchmesser. Einflugloch ca. 12 cm. Zucht oft gelungen. 2. Bei Zeisaro:
Im März 1996 entschlossen wir uns zum Kauf unseres ersehnten Rosakakadupärchens. Hierbei sollte es sich, laut Angaben des Händlers, um ein Paar
handeln. Dieses Pärchen gewöhnte sich sehr schnell in die für sie bestimmte Voliere ein, und da es sich bei dem vermeintlichen Männchen um eine Handaufzucht handelte,
wurde auch der zweite Vogel bald zahm. Als die Tiere zwei Jahre alt waren, hängten wir einen Nistkasten in der Voliere auf, und zwar auf der Längsseite der Voliere. Leider musste ich am nächsten Tag feststellen, dass sich die Tiere offenbar in der Nacht durch etwas erschreckt hatten, und das Weibchen mit
solcher Wucht gegen den Nistkasten geflogen war, dass dieses verstarb. Nach längerem Suchen konnten wir nun ein neues passendes
Weibchen erhalten, welches sogar endoskopiert war. Nun begann das Warten. Zwar fütterten und kraulten sich die Tiere, aber zu einer
Kopulation oder gar zu einer Eiablage kam es nicht. Durch Anregungen eines anderen Kakaduzüchters beschlossen wir nun 1999 uns einen
Schwarm Rosakakdus zuzulegen, damit sich die Tiere selber finden konnten. Es kamen zwei Männchen, die aber beide wegen einer Verletzung flugunfähig sind, und zwei Weibchen. Ein Weibchen wechselte nach ca. 2 Tagen ihren Partner und verpaarte sich mit dem
endoskopierten "Weibchen", welches sich nun doch als Hahn entpuppte. Die anderen Tiere zeigen leider noch kein Interesse aneinander, und das zweite neue Weibchen hat es sich zur Aufgabe gemacht, unsere
Voliere zu zerstören, anstatt sich mit einem Hahn zusammenzutun. Ein Zuchtpaar, welches wir günstig erstehen konnten, setzten wir in eine Nachbarvoliere, damit sich im zeitigen Frühjahr, wenn die Brutzeit
beginnt, die Tiere gegenseitig "anheizen"können. Im Mai 2001 (sehr spät für Rosakakadus) bemerkten wir wie sich das selbst gefundene
Paar absonderte und einen Nistkasten inspizierte. Sichtlich von den Anderen Rosa´s gestört brachten wir diese in der Nachbarvoliere
unter. Und siehe da, zwei Wochen später lag das erste Ei im Nistkasten. Wir wussten nicht ob die Henne zuverlässig ihren Pflichten nach
kommen würde und so entschlossen wir uns zwei der vier befruchteten Eier einem Pärchen Edelpapageien unterzulegen. Sollte die irgend
etwas sein, so hätten wir wenigstens zwei Junge gehabt. Unsere Zweifel am Bruterfolg wurden dadurch bestärkt, dass der Hahn sich nicht
am Brutgeschäft beteiligte, was bei Kakadus eigentlich normal währe. Unsere Henne jedoch belehrte uns eines besseren. Sie brütete die
verbliebenen zwei Eier alleine aus. Auch bei den Edelpapageien ist ein junger Kakadu geschlüpft. Der zweite Embrio ist kurz vor dem Schlupf abgestorben. In der
Kakaduhöhle war der inzwischen geschlüpfte Jungvogel gut gefüttert. Das zweite Ei war jedoch spurlos verschwunden. Wir legten den Jungvogel den die Edelpapageien
erbrütet hatten nun wieder seiner eigentlichen Mutter unter. Das Pärchen zog diese beiden Jungen ohne weitere Komplikationen bis zur Selbständigkeit auf. Nachdem die
Jungen selbständig geworden sind haben wir sie in den Schwarm integriert, damit sie sich mit den Anderen verpaaren. Somit sind unsere jahrelangen Bemühungen nun endlich
belohnt worden. Es hat sich übringens erausgestellt, dass es sich bei der 2001´er Nachzucht um ein Männchen und ein Weibchen handelt. Na, wenn das nicht ein positives Zeichen für die Zukunft ist!
Goffin Kakadu (Cacatua goffini) Engl.: Goffin´s Cockatoo
Allgemeines:
Grösse |
ca. 29 cm |
Gewicht |
ca. 370 g |
Ringgrösse |
9,5 mm |
WA Anhang |
I (!Ausnahmegenemigung!) |
Status Gefangenschaft |
öfters gehalten |
Geschlechtsunterschied |
0,1 kleinerer Kopf, ziehrlichere Gestalt |
Mutationen |
keine |
Haltung: In der Literatur wird angegeben, dass diese Kakadus oft starke Nager sind. Bei uns werden jedoch nicht einmal die zum Benagen gereichten Weidenzweige
beachtet. Trotzdem um auf Nummer sicher zu gehen immer stärkeres Geflecht und Metall zum Bau der Voliere verwenden. Die Voliere sollte die Maße 3x1x2 Meter
(LxBxH) nicht unterschreiten. Es ist zu beobachten, dass sich Goffinis in eher Schattigen Volieren wohler fühlen als in sehr hellen. Eine Zusatzheizung ist nicht notwendig,
wenn die Vögel trocken und vor allem Zugfrei gehalten werden. Ein Versuch Geschlechtsreife Tiere im Schwarm zu halten scheiterte. Zucht: 1. Allgemein:
Geschlechtsreif mit ca.5-7 Jahren. Gelegegröße 2-4 Eier, Brutdauer ca. 28 Tage. Beide Partner brüten. Nestlingszeit ca. 70 Tage. Nistkasten ca. 40 cm tief
und 25 cm Durchmesser. Einflugloch ca. 10 cm. Zucht oft gelungen. 2. Bei Zeisaro:
Im Sommer 2000 konnten wir ein Paar dieser schönen Tiere erwerben. Eigentlich wollten wir gar keine Goffini´s aber das vermutliche Weibchen hatte sich beim Vorbesitzer derart gerupft, dass dieses fast nackt war. Uns erbarmte der Zustand dieser beiden Vögel und so erstanden wir
diese aus Mitleid. Durch eine abwechslungsreiche Fütterung und regelmäßiges besprühen der Vögel, verbesserte sich der Zustand aber wieder sehr schnell, und beide sind nun sehr prächtige, aber scheue Tiere. Dies stört uns aber nicht weiter, da es
leider oft mit zahmen Kakadus so ist, dass sich diese lieber streicheln lassen als zu Brüten, wenn jemand in die Volierennähe kommt. Auch muss man sich in der Brutzeit vor
Angriffen durch diese Tiere nicht so in Acht nehmen, wie bei Handaufzuchten. Leider gehören die Goffinis auch zu den "Killern" unter den Kakadus. Deswegen sollten keine zu
jungen Weibchen mit älteren Männchen verpaart werden, und es sollte vorsichtshalber der Nistkasten entfernt werden. Sonst kann es zu Todesfällen bei den Weibchen durch die
Männchen kommen. Leider sind Weibchen dieser Art nur sehr schwer zu bekommen, wie wir selbst feststellen mussten. Wir haben bei unserem "Pärchen" eine DNA-Analyse
durchführen lassen, und mussten feststellen, dass es sich bei unseren Tieren um zwei Männchen handelt. Im Herbst 2000 haben wir nun nach langer Suche endlich ein
Weibchen gefunden. Zwar ist sie erst 3 Jahre alt, aber wir haben den Nistkasten entfernt und müssen halt abwarten. Dieses Weibchen
setzten wir in die Voliere der beiden Männchen, damit Sie sich eins aussuchen kann. Zwischenzeitlich hat sie sich für den gerupften Hahn, welcher wieder voll befiedert ist
entschieden. Durch die krankheitsbedingte Zuchtaufgabe eines anderen Halters bot sich uns die Möglichkeit ein bereits erprobtes Zuchtpaar zu kaufen. Wir holten diese
Pärchen aus Mühlheim an der Ruhr ab und gaben es in die Voliere zu den anderen, da wir Gruppenhaltung bevorzugen. Als sich dieses Paar dann nach zwei Tagen eingelebt
hatte, verfolgte es die Anderen sehr stark, und es wurde sogar unser erster Hahn getötet. Daraufhins separierten wir das Pärchen und bereits drei Wochen später liegt nun
das erste Ei im Niskasten. Der Vorbesitzer hatte uns gewahrnt, dass diese Zwei Nestkontrollen sehr verübeln und sowohl Junge als auch Eier bei Störungen sofort zerstören
würden. Deswegen konnte keine Nistkastenkontrolle durchgeführt werden. Nach ablauf der regulären Brutzeit gaben wir dem Pärchen noch eine Woche zum bebrüten bis
wir das Ei kontrollierten. Leider stellte sich heraus, dass das Ei unbefruchtet war. Jetzt bleibt uns nur die Hoffnung auf die Brutsaison 2002
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