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Ara´s sind zumindest denjenigen bekannt, die des öfteren ein Kreuzworträtsel ausfüllen. Für die Meisten verkörpert der Ara den Papagei schlechthin. Meistens sind diese Vögel sehr
große, bunte und auffällige Wesen, dessen Pracht und Intelligenz sofort ins Auge stechen. In der Familie der Ara`s gibt es den größten Papagei überhaupt, den Hyazinthara der ca. 100 cm lang wird und
den kleinsten Vertreter den Zwergara mit gerade einmal 30 cm Gesamtlänge. Dazwischen gibt es Arten aller Größen. Aras sind sehr sensible Vögel, und es kann manchmal Jahre dauern bis sich neu angeschaffte Tiere richtig
eingewöhnt haben und zur Zucht schreiten. Aras sind für die Käfighaltung nur bedingt zu empfehlen. Ihre laute und durchdringende Stimme (vor allem die der größeren Arten) erfordert ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn,
und die handelsüblichen Käfige entsprechen in ihren Ausmaßen keineswegs den Bedürfnissen dieser Papageien. Diese dienen allemal als Notunterkunft. Aras sollten frei auf einem Ständer oder Kletterbaum, oder in großen
Volieren gehalten werden. Ein Käfig ist NIE zu groß sonder immer zu klein. Wer einmal den prächtigen Flug eines solch großen Vogels gesehen hat, der wird mir Recht geben. Wenn Aras die Möglichkeit haben, dann
klettern Aras zwar lieber als zu fliegen, aber eine Flugmöglichkeit sollte den Tieren dennoch geboten werden.
In unseren Volieren befinden sich momentan nur Rotrücken- und Gelbbrustaras. Aras kommen hauptsächlich
in den Regenwäldern und Feuchtsavannen Mittel und Südamerikas vor. Verschiedene Arten haben sich darüber hinaus den Trocken- und Dornsavannen sowie den Flusslandschaften und Wäldern der subtropischen Zonen angepasst.
Aras ernähren sich in der freien Natur hauptsächlich von Obst, hartschaligen Nüssen und Samen sowie von Käferlarven, die unter der Baumrinde leben, und ab und zu von den Aras aus dem Holz genagt werden. Zusätzlich
führen viele Arten mineralhaltige Erde ihrem Speiseplan zu. Bei uns werden alle Tiere zweimal am Tag gefüttert. Hierbei unterscheiden wir in zwei Gruppen: Fettarme und fettreiche Nahrung.
Unsere Aras bekommen folgende fettreiche Futtermischung: Morgens:
Papageienmischfutter, welches wir aus 4 Teilen Papageienmischung D (Versele Laga), 2,5 Teilen Quellfutter (Versele Laga), 1 Teil Kardisaat, ½ Teil Kürbissamen zusammenmischen. Beim Papageienmischfutter D werden alle Erdnüsse entfernt. Wir verfüttern grundsätzlich keine Erdnüsse, da diese bei Papageien Pilzerkrankungen hervorrufen können. Frisches Trinkwasser, mit einem Multivitaminpräparat (3x Wöchentlich) und in der Zeit vor der ersten Eiablage mit Vitamin E versetzt. In der Zuchtzeit bekommen die Vögel noch Keimfutter gereicht. Unsere größeren Ara´s bekommen noch einige Wal und Haselnüsse aus eigenem Anbau gereicht. Hinzu kommen noch Nutri Bird Pellets der Fa. Versele Laga.
Nachmittags:
Das Körnerfutter wird entfernt und die Tiere erhalten eine Obst und Gemüsemischung, in der so ziemlich alles verfüttert werden kann, was der eigene Garten und der Handel bietet (außer Kohlsorten). Zur Grundmischung gehören aber auf jeden Fall: Äpfel, Erbsen, geriebene Karotten, Gurken und Paprika. In dieses Futter werden noch handelsübliches Eifutter, Korvimin (vom Tierarzt) und Pellets untergerührt.
Doch nun zu den einzelnen von uns gehaltenen Arten:
Gelbbrustara (Ara ararauna) Engl: Blue and Yellow Macaw
Beschreibung:
Grösse |
ca. 86 cm |
Gewicht |
ca. 1400 g |
Ringgrösse |
14 mm |
WA Anhang |
II |
Status Gefangenschaft |
öfters gehalten |
Geschlechtsunterschied |
keine |
Mutationen |
Blau (Bayerischer Ara) |
Haltung: Eine solide Bauweise aus Metall mit einem starken Volierengeflecht ist Grundvoraussetzung für den Volierenbau. Wir verwenden 4 mm starkes Wellengitter um
ein zerstören des Drahtes mit dem starken Schnabel zu verhindern. Es sollten sowohl Klettermöglichkeiten als auch Flugraum vorhanden sein. Mindestgröße 4x2x2 Meter
(LxBxH). Frostfrei überwintern. Die Voliere sollte sehr hell sein. Zucht: 1. Allgemein:
Geschlechtsreif mit 7 Jahren. Gelegegröße ca 2-3 Eier, Brutdauer 28 Tage. Nur das Weibchen brütet. Nestlingszeit ca. 90 Tage. Nistkasten ca. 100 cm tie f und 35 bis 50 cm Durchmesser.Nistkasten möglichst aus Hartholz. Evtl. ein altes 50 Liter Bierfass aus Eiche verwenden.
Einflugloch ca. 20 cm. Zucht oft gelungen. 2. Bei Zeisaro: 1998 erhielten wir aus dem Bekanntenkreis die Nachricht, dass jemand aus Privathaltung ein Pärchen
Gelbbrustaras abgeben möchte. Kaum ausfindig gemacht, fuhren wir hin und betrachteten die Vögel. Die Aras waren in einer Kellervoliere untergebracht, die größtenteils aus Holz bestand und mit einem nicht all zu dickem Draht bespannt war. Die
Nagetätigkeit der Aras hatte bereits deutliche Spuren hinterlassen. Beide Tiere waren in einer guten Kondition, jedoch hatte die Arahenne einige andersfarbige Federn. Im Gespräch ergab
sich, dass der Hahn, eine Handaufzucht und 5 Jahre alt, eine deutsche Nachzucht ist, und die Henne ein Wildfang, deren Alter sich dadurch nicht genau bestimmen lassen kann. Als
Abgabegrund wurde uns das legen unbefruchteter Eier genannt. Da Aras erst sehr spät geschlechtsreif werden, erwarben wir das Paar und setzten es in eine große Voliere. Ein
Betonrohr (ca. 1m hoch, 50 cm Innendurchmesser, und ca. 2-3 Zentner schwer) wurde von uns unter großen Anstrengungen in der Voliere angebracht. Leider ist diese Nistgelegenheit bis heute
unbeachtet geblieben. Ein Pärchen Rotrückenaras, die in die gleiche Voliere einquartiert wurden, mussten wir wieder herausfangen, da
sie begannen die Araraunas zu bedrängen. Kaum waren die Maracanas herausgefangen, begann das Männchen im Juli 2000 die
Rotrückenara -Nisthöhle stark zu benagen. Ein großer Baumstumpf wurde nun ebenfalls in die Voliere integriert. Dieser erweckte so gleich das Interesse der Aras, und wird noch immer stark benagt. Der Hahn zeigt durch seine steigende
Aggressivität, füttern der Henne, und dem unangenehmen, süßlichen, aber typischen Arageruch seine Brutbereitschaft. Leider ist die Henne noch nicht in Brutstimmung, und so kommt es, dass das Männchen der
Henne bei den Paarungsversuchen regelmäßig Federn ausreist. Diese ist mittlerweile arg zerupft. Ebenfalls mussten wir feststellen, dass die Henne ein wenig scheu davor hat, in den Kasten zu klettern. Wir führen das auf
das Fehlen der Flugeigenschaft zurück, da die Henne ansonsten so zahm ist, dass sie sogar auf den Arm kommt. Ich denke, dass die Henne
während ihres Fanges und Transportes nach Deutschland schlimmes durchgemacht hat und sehr grob behandelt wurde. Das Beispiel dieser Henne zeigt es wieder:
Kaufen Sie keine Wildfänge! Es gibt genügend Nachzucht in Gefangenschaft. Den Mehrpreis für diese Vögel sollte es allen Liebhabern wert sein!
Der Hahn hat sich mitlerweile durch die ca. 30 cm starke Wand des Hartholznistkastens genagt und eine zweite
Öffnung in der Kastenmitte von ca 30x30 cm erstellt. Leider konnte sich die Henne immer noch nicht entschließen, den Nistkasten zu besuchen. Anfang August 2001
lag plötzlich das erste Ei im Nistkasten. Es folgten zwei weitere. Auffällig war, das unser Zuchthahn immer im Nistkasten
war, die Henne konnte jedoch nur ab und zu im Kasten gesehen werden. Diese drei Eier stellten sich leider als unbefruchtet heraus. Ein erneutes
Nachgelege mit zwei Eiern ebenfalls. Wiederum war ausschließlich der Hahn im Kasten. Wir wollten nun doch sicher gehen und sendeten
Federproben zur DNA - Untersuchung ein. Und, welche Überaschung, wir haben zwei Henne. Also heißt unser Jackob ab jetzt Jaquline und wir
werden Mitte Dezember einen Hahn abholen, der uns von einem Züchterkollegen versprochen wurde. Also, auf in die Zuchtsaison 2002.
Rotrückenara (Ara maracana)
Engl.: Illgers Macaw
Allgemein::
Grösse |
ca. 43 cm |
Gewicht |
ca. 250 g |
Ringgrösse |
7,5 mm |
WA Anhang |
I (!Ausnahmegenemigung!) |
Status Gefangenschaft |
gelegentliche Haltung |
Geschlechtsunterschied |
keine |
Mutationen |
keine |
Ausdehnung der Rotfärbung am Bauch von Tier zu Tier unterschiedlich. |
Haltung: Rotrückenaras sind geschickte Flieger, denen eine große Voliere gegönnt werden sollte. Mindesmass 3x1x2 Meter (LxBxH). Starke Nager, die Holzvolieren
und schwaches Gitter innerhalb von Stunden zerstören können (eigene Erfahrung). Frostfrei überwintern, sowie gegen Zugluft und nasskalte Witterung schützen. Voliere
sollte sehr hell sein und mehr Möglichkeiten zu fliegen als zu klettern bieten. Zucht: 1. Allgemein: Allgemein:
Geschlechtsreif mit ca. 3 Jahren. Gelegegröße ca 2-3 Eier, Brutdauer 24-26 Tage. Nur das Weibchen brütet. Nestlingszeit ca. 70 Tage.
Nistkasten ca. 60 cm tief und 30 cm Durchmesser. Einflugloch ca. 12 cm. Zucht oft gelungen. 2. Bei Zeisaro:
1998 entdeckten wir auf einem Vogelmarkt ein Pärchen Rotrückenaras. Hierbei handelte es sich um sehr gut gepflegte Tiere, die der Besitzer abgab,
weil das Pärchen ihren Nachwuchs nicht fütterte. Er führe dies daraufhin zurück, dass diese aus einer Gemeinschaftsvoliere kommen, und es wohl zu unruhig gewesen
wäre. Da die Tiere erst drei Jahre alt waren, und erst eine Brut gemacht hatten, erstanden wir die Tiere. Schon ca. 2 Monate später lag das erste Ei im Nistkasten. An so
einen raschen Zuchterfolg hatten wir nicht gedacht. In aller Eile erwarb ich ein Papageienheim, und spezielles Handaufzuchtfutter, denn wenn die Alttiere diesmal wieder
nicht fütterten, dann wollte ich eben die Handaufzucht versuchen. Einige Tage nachdem ich alles Zubehör erstanden hatte, war es dann auch soweit. Das erste Küken
schlüpfte und wurde prompt nicht gefüttert. (Übrigens keiner der bis heute geschlüpften Jungen!) Nach einem Tag nahm ich den Jungvogel heraus, und bereits nach der
ersten Fütterung konnte ich erkennen, wie sich der Allgemeinzustand des Jungvogel besserte. Nach zwei Tagen jedoch ging das Thermostat nachts kaputt, und alle drei (es
waren noch zwei geschlüpft) Küken waren tot. Stark enttäuscht durch dieses Erlebnis gaben wir das Aufzuchtgerät in Reparatur und beschlossen ein zweites Paar
Maracanas zu kaufen, um Jungtiere unterlegen zu können. Nach großem Bemühen und einigen Gesprächen mit den zuständigen
Behörden konnten wir dann ein zweites Paar unser eigen Nennen. Prompt klappte auch hier wieder die Zucht fast gleich auf anhieb, und
ebenfalls wurden die Jungen nicht gefüttert. Die ersten zwei starben bereits wenige Stunden, nachdem sie ihr erstes Aufzuchtfutter
erhalten hatten, einer konnte sich nicht aus der angetrockneten Eihaut befreien, und beim letzten war der Dottersack noch nicht ganz
eingezogen. Bei einer erneuten Brut unseres ersten Paares starb das erste Junge ebenfalls wieder kurz nach seiner ersten Handfütterung.
Zur Probe reichte ich diesmal nur Ringer Lactatlösung, und selbst hier entleerte sich der Kropf nicht. Die restlichen Eier wurden vom
Weibchen zerstört. Das Weibchen von Paar 2 ist nun leider Anfang 2000 an Legenot gestorben. Den Nistkasten haben wir in der
Zwischenzeit entfernt. Nach dieser Zwangspause von ca. einem halben Jahr haben wir den Nistkasten wieder angebracht. Doch leider
konnte sich unser Pärchen noch nicht dazu entschliessen wieder mit einer neuen Brut zu beginnen. Und gerade jetzt hätten wir mehrere
Paare, die als Ammen dienen könnten. Im März 2001 konnten wir eine Zuchtreife Henne als Ersatz für den verstorbenen Vogel
erwerben. Der einsame Hahn und die neue Henne verstanden sich gleich auf Anhieb gut. Unseren Rotrückenaras haben wir erst im
November wieder Nistkästen angeboten, damit 2002 das Zuchtjahr schon etwas früher beginnen kann.
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